»Dark and radiant corners«
Wandmalerei von Bea Winkler

Ein labyrinthisches Gebilde zieht sich über die Wände der Linda: Fragmente verbinden sich zu Mustern, diese verknüpfen sich zu Netzen und verdichten sich schließlich zu einem schier unauflöslichem Gewirr aus Linien, Flächen und Perspektiven, die einander überlagern und sich gegenseitig brechen. Dann wieder treten Konstruktionen und Flächen klar hervor und an anderen Stellen des löst sich das ganze in zarten Farbschlieren auf.

Strukturen von Architektur, Pflanzen, Landschaft oder auch Muster und Ornamente benutzt die in Hamburg lebende Malerin Bea Winkler als eine Art Samples. Oft sind dies Fundstücke, die ihr auf zahlreichen Reisen oder auch einfach unterwegs in der Stadt  begegnen. Ihr Interesse gilt dabei Dingen, die einen gewissen Aspekt von Fragilität oder Schrägheit haben oder die Ungereimtheiten und Widersprüche in sich tragen. Sie werden stark vereinfacht und auf ein wesentliches Element bzw. eine Grundform reduziert und tauchen so immer wieder auf unterschiedliche Weise in ihren Arbeiten auf.

Dieser Bezug auf Phänomene außerhalb der Malerei, das Spielen mit einer repräsentativen oder fiktionalen Ebene, die in den abstrakten Malereien von Bea Winkler mal mehr mal weniger präsent ist, zeigt sich auch in ihrer Beschäftigung mit dem Thema Dreidimensionalität. Allerdings sind die Perspektiven gebrochen und disfunktional, so dass sie wiederum auf die Flächigkeit des Malgrundes und seine Begrenzungen verweisen. Beim Arbeiten auf der Wand  führt dieser Verweis direkt auf die Architektur des Raums, was den Wandmalereien einen fast installativen Charakter gibt.

Die Vorgehensweise der Künstlerin ist prozesshaft: den Raum und die Möglichkeiten der Malerei auslotend entsteht die fertige Arbeit, indem sie immer wieder auf bereits vorhandenes reagiert. So erzählt die Arbeit auch die Geschichte ihrer Entstehung.

In der LINDA zeigt Bea Winkler eine Wandmalerei, die alle Räume des alten Ladenlokals auf dem Kiez einbezieht. Die Architektur, die Gegebenheiten des Ortes und seiner Umgebung und die Spuren seiner früheren und jetzigen Benutzer sind Ausgangspunkte für Erforschung und Fiktion.

Website: www.bea-winkler.de

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Vernissage
Freitag, 13. April 2012 | 20:00 Uhr

Ausstellungsdauer
13. bis 22. April 2012

Öffnungszeiten
Samstag 15:00 - 18:00 Uhr
Sonntag 15:00 - 18:00 Uhr

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